Hausverwaltung
Scholze-Kurz & Kurz
Heizen mit Holz - die Kosten zahlt der Vermieter!

Verfasser:

Alexander Kurz

Alexander Kurz

Sind Kosten fĂŒr Feuerholz Betriebskosten?

Im Allgemeinen zĂ€hlen zu den ĂŒblichen Nebenkosten von Mietwohnungen alle Kosten des laufenden Betriebes.
Der Betrieb ist in diesem Fall das gesamte Wohnhaus, die Kosten hierfĂŒr sind bspw. die GebĂ€udeversicherung, die wöchentliche Treppenhausreinigung, die Kosten fĂŒr die regelmĂ€ĂŸige Gartenpflege, Allgemeinstrom, Gas- oder Stromkosten fĂŒr die Zentralheizung und auch die Kosten fĂŒr deren Wartung.

Aufgrund der aktuellen Kostensteigerung fĂŒr Gas und Heizöl heizen inzwischen viele mit Holz. Wer einen Ofen oder Kamin besitzt und mit Holz heizt, kann dadurch krĂ€ftig Heizkosten sparen – doch die Kosten fĂŒr das Feuerholz steigen zurzeit ebenfalls. GrundstĂŒckseigentĂŒmer, die den eigenen Baumbestand reduzieren und das dadurch gewonnene Feuerholz ihren Mietern kostengĂŒnstig ĂŒberlassen möchten, mĂŒssen hier besonders aufpassen, denn die Kosten fĂŒr die BaumfĂ€llung und Zerkleinerung der BaumstĂ€mme sind nicht als Betriebskosten abzurechnen.

Sind Kosten fĂŒr Feuerholz Betriebskosten?

Klar wĂŒrde man denken, dass auch die Kosten fĂŒr eigenes Feuerholz aus dem Garten des Mehrfamilienhauses ebenfalls als Betriebskosten der Mieter zu zahlen hat. Dies stimmt jedoch leider nicht, wie das Landgericht Leipzig gegen einen Vermieter entschied:

WĂ€hrend Vermieter TĂ€tigkeiten im Bereich der Gartenpflege als Betriebskosten auf die Mieter umlegen können, ist dies bei der FĂ€llung von BĂ€umen nicht der Fall. Denn das Anlegen und Pflegen von Pflanzen, das Beschneiden von Hecken oder die Rasenpflege sind wiederkehrende TĂ€tigkeiten, die zur Pflege des Gemeinschaftseigentums zĂ€hlen. Das BaumfĂ€llen hingegen ist eine einmalige TĂ€tigkeit, die aufgrund der langen Lebensdauer von BĂ€umen nur selten durchgefĂŒhrt wird.

So entschied das Amtsgericht Leipzig in einem Streitfall (AZ 168 C 7340/19), dass die Kosten fĂŒr das FĂ€llen von BĂ€umen nicht als laufende Kosten in der Betriebskostenabrechnung auftauchen dĂŒrfen. Ein Vermieter hat einen HolzfĂ€ller damit beauftragt, die auf seinem GrundstĂŒck stehende Robinie und Korkenzieherweide abzuholzen. Diese Kosten legte er in der Betriebskostenabrechnung auf die Mieter um. So sollte jede Mietpartei 50,45 Euro mehr bezahlen.

Damit waren die Mieter nicht einverstanden und erhoben Klage. Das Gericht entschied zugunsten der Mieter. Um Kosten als Betriebskosten zu verrechnen, mĂŒssen die TĂ€tigkeiten regelmĂ€ĂŸig erfolgen. Auch wenn unter „RegelmĂ€ĂŸigkeit“ ebenfalls ein mehrjĂ€hriger Turnus zĂ€hlt, trifft diese Anforderung auf das FĂ€llen von BĂ€umen nicht zu. Somit muss der Vermieter die Kosten fĂŒr den HolzfĂ€ller selbst tragen.

Quelle: LG Leipzig

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Alexander Kurz

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Als Immobilienkaufmann, zertifizierter WEG-Verwalter (IHK) und Bau-SachverstĂ€ndige fasse ich fĂŒr meine Leser*innen alle wissenswerten Neuigkeiten und interessanten Themen rund um Immobilien und deren Hausverwaltung hier zusammen. Lesen Sie gerne mehr und teilen Sie meine Berichte, wenn sie Ihnen gefallen.

2 Antworten

  1. Hallo, ich habe da eine andere Frage: Darf man die Kosten fĂŒr eine extra Gartenpflege an den Mieter weitergeben oder ist das vielleicht zu viel? Einen eigenen GĂ€rtner oder Hausmeister gibt es in der Liegenschaft nicht. Daher ist das hier vielleicht anders gelöst.
    Vielen Dank!

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